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Mit dem Wohnwagen im März/April nach Spanien Teil 6

Dies ist die Fortsetzung von Teil 5

Unser nächster Stopp war Gibraltar bzw. Tariffa. Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Sureuropa La Linea de la Concepcion. Der Platz und seine Sanitäranlagen sind gut und das Personal sehr freundlich. Die einzelnen Stellplätze waren mit teilweisen hohen Bordsteinen umgrenzt, die zum Teil beim Ein und Ausparken schwer zu überwinden waren. Hunde sind hier nicht erlaubt (überhaupt sind Hunde in Spanien eher nicht so gerne gesehen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie meist strikt verboten). Es gibt keinen Laden oder Restaurant auf dem Campingplatz. Das besondere an dem Campingplatz ist, dass er von Behinderten liebevoll gepflegt wird. Der Platz liegt zirka 200 m vom Strand entfernt. Für Muschelsucher, der Strand von La linea ist voll davon, da könnte man mit dem Bagger kommen.

Muscheln
Muscheln

 

 

 

 

 

 

 

La Linea ist ein idealer Ausgangsort um Gibraltar zu besuchen.

Gibraltar ist ein britisches Überseegebiet. Es steht seit 1704 unter der Souveränität des Vereinigten Königreiches.

Eine Halbinsel, welche die Bucht von Algeciras östlich begrenzt, und liegt an der Nordseite der Meerenge Straße von Gibraltar, an der Europa und Afrika sich am nächsten sind. Das Territorium umfasst eine Landfläche von 6,5 km2, wobei die Grenze zwischen Gibraltar und Spanien nur 1,2 Kilometer lang ist.

Vom Campingplatz aus sind wir mit dem Auto bis zu Grenze gefahren. Unser Auto haben wir dort im Parkhaus stehen lassen, das eigentlich recht günstig war, und sind zu Fuß weiter über die Grenze nach Gibraltar. War schon ein komisches Gefühl, du mußt zu Fuß eine Landebahn für Flugzeuge überqueren. Das ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich.

Im Nachhinein hätten wir das Auto auch mal mitnehmen sollen. Bei der Einreise gibt es zwar eine längere Schlange, die auch mal ein zwei Stunden dauern kann, aber innerhalb Gibraltars kann man sich mit einem normalen Auto recht gut bewegen, zumal dort auch wie überall auf dem Festland Rechtsverkehr ist.

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Rollfeld in Gibraltar

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt selbst bietet nicht so viel, ausser dass man sich sofort wie nach England versetzt fühlt. Du kannst dort Fish und Chips bekommen und in einem original Englisch Pub ein Bier trinken gehen. In den vielen Läden der Hauptstraße werden vor allem zollfreie Zigaretten und Schnapsflaschen verkauft. Die Spanier kontrollieren bei der Rückreise oft sehr genau. Also aufpassen.

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Englische Telefonzelle

 

 

 

 

 

 

 

Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Gibraltar ist der Kalksteinfelsen, Upper Rock genannt, ca. 426 m hoch. In Europa ist der Upper Rock von Gibraltar der einzige Ort, an dem Berberaffen in Freiheit leben. Die meisten Tiere sind alles andere als scheu aber sie waren uns gegenüber überhaupt nicht aufdringlich. Nur wer sein Essen vor den Affen aus der Tasche holt, wird belagert. Fast jeder Tourist macht Fotos von und mit den Affen, ich natürlich auch. Eine alte Legende sagt, dass die Briten Gibraltar verlassen, wenn die Affen nicht mehr da sind.

Achtung: manche Geldautomaten der selben Bank spucken Englische Pfund aus (z.B. die NatWest direkt nach der ersten Tankstelle nach dem Flughafen), andere Gibraltar-Pfund (z.B. Nat West in der Innenstadt). Es gibt überall Wechselstuben, welche die versehentlich gezogenen Gibraltar-Pfund zu einem annehmbaren Kurs wieder in Euro, jedoch nicht in englische Pfund, umtauschen.

Den Upper Rock erreicht man mit einer Seilbahn, es gibt aber auch einen Fußwege nach oben. Der Aufstieg lohnt sich, die Aussicht ist super. Du kannst Afrika deutlich am Horizont erkennen. Der Fels ist von Höhlen durchlöchert. Einige dieser Höhlen sind künstlich. Bekannt ist die Gorham-Höhle, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Gibraltars. Hier finden Forscher weltbekannte Fundstücke aus der Spätzeit der Neandertaler.

Der Leuchtturm und der benachbarte südlichste Punkt Gibraltars (Europa Punkt) ist auch eine viel besuchte Touristenattraktion. Dort kommt man gut mit dem eigenen Auto hin, wenn wir es dabei gehabt hätten. Bei klarem Wetter hat man einen tollen Blick übers Meer nach Nordafrika und auf das marokkanische Atlasgebirge.

Da wir noch Zeit hatten fuhren wir noch nach Tariffa. Der Ort ist bei Surfern und Wellenreitern beliebt. Toller Strand und ideale Windverhältnisse findet man dort. Aber als wir dort waren war untypischerweise totale Flaute.

Das Ziel unserer Reise ist erreicht, jetzt heißt es Abschied nehmen und die Heimfahrt planen.

Wir sind die gleiche Strecke zurückgefahren, mit Stopp in Denia. Denia liegt an der Costa Blanca nördlich von Alicante ca. 85 Km entfernt. Wir hatten Glück und haben einen ruhigen Campingplatz gefunden, direkt am Meer gelegen. Um zur Strandpromenade zu kommen mußt du nur durch ein Törchen und schon bist du am Meer. Camping Los Pinos . Es gibt einen kleinen Shop, dort kann man morgens Brötchen kaufen. Empfehlenswert ist es die Brötchen abends für den nächsten Tag zu bestellen. Der Strand in dieser Gegend „Las Rotas“ ist sehr steinig, also nicht für Strandspaziergänge geignet. Es gibt eine lange Promenade, die bis in die Innenstadt und weiter reicht, und auch mit dem Fahrrad zu befahren ist. Die „Zona Marinas“ nördlich von Denia verfügt über sehr sandreiche Strände: Les Deveses, L’Almadraba, Els Molins, Les Bovetes, Les Marines, Albaranes und Punta del Raset.

Die Katze auf dem Foto hat uns adoptiert, jeden Morgen holte sie sich ihr Frühstück ab. Ich wollte sie nicht füttern, aber sie hat mich um den Finger gewickelt mit ihren blauen Augen.

Die Innenstadt von Denia kann man gut mit dem Fahrrad erreichen. Die kleine Markthalle ist einen Besuch wert, dort kann man leckeren, preiswerten Fisch essen.

Einfach durch die Stadt bummeln und natürlich den älteren Stadtteil nicht vergessen. Es gibt kleine Geschäften, Cafes und Galerien.

 

Auch hier habe ich wieder Streetart entdeckt.

 

Denia eignet sich auch hervorragen zum Wandern im Naturschutzgebiet Montgo.

Wir haben eine Tour zum Torre del Gerro unternommen und auf dem Rundweg sind wir auf die Geisterstadt gestoßen. Dort hat, wie man auf einigen Bildern sehen kann, ein Waldbrand gewütet.

Unser letzter Stop war in Andorra. Dort kann man Mitte April mit dem normal grossen Wohnwagen von der spanischen Seite aus gut hinfahren, die Strassen sind sehr kurvig aber schön asphaltiert. Es gibt genügend Campingplätze.

Andorra ist ein Einkaufsparadies, wobei wir dies nicht richtig nachvollziehen konnten, da die Preise der Waren dort nicht billiger als z.B. bei Amazon.de waren. Wir haben jedenfalls nix gekauft. Die Altstadt von Andorra ist schön und eine Besichtigung wert. Ansonsten reicht ein Tag zum anschauen des Trubels. Drumherum liegen in den Pyrenäen einige Wander- und Skigebiete. Wer länger bleiben will, kann sich die noch anschauen. Wir haben uns das für die nächste Durchreise durch Andorra aufgehoben.

Zusammenfassend können wir sagen, dass uns Spanien sehr gut gefallen hat und wir sicherlich wieder kommen werden.

Hasta luego Spanien

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